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Uhu, Karst und Frauenschuh - die Betzensteiner Kuppenalb


Betzenstein liegt im Naturraum der nördlichen Frankenalb. Der engere landschaftliche Bezugsrahmen, die so genannte Betzensteiner Kuppenalb, hat ihren Namen von den schild- bis kuppelförmigen Erhebungen, die dem Landstrich das typische Erscheinungsbild geben. Geologisch handelt es sich dabei meist um dolomitisierte Schwammriffe, die als härteres Gestein nicht abgetragen wurden und so auch heute noch versteinerte Zeugen des einstigen Jurameeres darstellen. Dieses abwechslungsreiche Relief, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten unterschiedliche Einnischmöglichkeiten bietet, sowie die eher extensiven landwirtschaftlichen Nutzungsformen, sind die Hauptgründe für die außerordentliche Artenvielfalt des Gebietes.


Wie in der Überschrift schon angedeutet, ist der Reichtum an Arten beeindruckend und spiegelt sich entsprechend auch in den Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten: Uhu (Bubo bubo), Wanderfalke (Falco peregrinus), Wendehals (Jynx torquilla), Neuntöter (Lanius collurio)... um nur einige bedrohte Vogelarten zu nennen. 25 Orchideenarten kommen hier vor, darunter die größten Frauenschuhbestände (Cypripedium calceolus) Oberfrankens. 97% aller im gesamten Landkreis Bayreuth vorkommenden Tagfalter und Widderchen konnten auf der Betzensteiner Kuppenalb nachgewiesen werden, darunter Raritäten wie der bundesweit hochgradig gefährdete Skabiosenflockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe)  oder der Thymian-Ameisenbläuling (Maculinea arion). Vom Übergangsmoor mit fleischfressenden Pflanzen wie Rundblättrigem Sonnentau (Drosera rotundifolia) oder dem Fettkraut (Pinguicula vulgaris) bis hin zu extremen Trockenstandorten mit Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) und Katzenpfötchen (Antennaria dioica) über Dolomitsanden reicht das Biotopspektrum, das hier bewundert und erforscht werden kann.


Der nahe Veldensteiner Forst, zu dem Betzenstein das südwestliche Eingangstor darstellt, bereichert das Spektrum an Biotoptypen und Arten noch zusätzlich: der Untergrund besteht aus Kreidesanden und so herrschen hier andere Bedingungen, als im typischen Karst. Man kann z.B. den Europäischen Siebenstern (Trientalis europaea), das Tausengüldenkraut (Centaurium erythraea -eine Enzianart), Arnika (Arnica montana), große Bestände an großblütigen, gelben Fingerhut (Digitalis grandiflora) oder sehr seltene Farne und Bärlappgewächse, wie die Echte Mondraute (Botrychium lunaria) oder Zeillers Flachbärlapp (Diphasiastrum zeilleri) in Natura sehen. Als seltene Amphibienart kommt die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) an einigen Gewässern des Forstes vor.


Die Betzensteiner Kuppenalb, mit ihren sanften Hügeln, ist ein El Dorado für Naturliebhaber und wie kaum ein anderer Landstrich dazu geeignet, auch neugierigen Neulingen im Bereich „Natur und Arten“ einen ersten Einstieg in die Materie zu vermitteln. Die räumliche Nähe sehr unterschiedlicher Biotoptypen ermöglicht es auch unerfahrenen Naturforschern recht schnell, verschiedene Biotope und  charakteristische, darin vorkommende Arten anzusprechen. Gerade Kinder fühlen sich von dem Abwechslungsreichtum oft magisch angezogen. 


Kommen Sie her, staunen Sie, entdecken Sie und lassen Sie die Seele baumeln in einer Landschaft, die ihresgleichen sucht: Die Betzensteiner Kuppenalb.
Frauenschuh
Frauenschuh
Skabiosenflockenblumen-Scheckenfalter
Skabiosenflockenblumen-Scheckenfalter
Thymian-Ameisenbläuling
Thymian-Ameisenbläuling
Europäischen Siebenstern
Europäischen Siebenstern
Tausengüldenkraut
Tausengüldenkraut
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. Mai 2011 um 19:26 Uhr