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Pflanze des Jahres Drucken E-Mail

Die Pflanze des Jahres wird  nach besonderen Kriterien vom Autor ausgewählt. Meist sind das bestimmte Standortsansprüche, die Seltenheit und Gefährdung oder das außergewöhnliche Erscheinungsbild zu einer bestimmten Vegetationsphase. Die Auswahl erfolgt subjektiv nach diesen Kriterien und bezieht sich immer auf den Landschaftsraum der Betzensteiner Kuppenalb.

Pflanze des Jahres 2011- Der Märzenbecher

Der Märzenbecher (Leucojum vernum) wächst auf den fruchtbarsten, zeitweise feuchten (aber noch nicht nassen!) Böden der Waldgesellschaften der Betzensteiner Kuppenalb. Meist sind es die reichsten Flügel der Waldmeister- und vor allem der Platterbsen-Buchenwaldgesellschaften. Solche Bedingungen sind auf Grund der Durchlässigkeit des verkarsteten Untergrundes auf der Kuppenalb sehr selten und so verwundert es auch nicht, dass der Märzenbecher nur an drei Standorten vorkommt. Der Märzenbecher ist eine Zwiebelpflanze, die ihre Blätter bis zum Sommer einzieht und den Rest des Jahres als Zwiebel im Boden überdauert. Viele unserer heimischen Zwiebelpflanzen sind Frühjahrsblüher und haben ihre Hauptwuchsorte oft in Wäldern. Um diese Jahreszeit sind die Bäume noch unbelaubt und so kommen solche Pflanzen in den Genuss von ausreichend Licht. Später im Jahr, wenn das Kronendach geschlossen ist, hätten solche Pflanzen keine Chance und würden an Lichtmangel jämmerlich zu Grunde gehen. Austrieb, Blüte und Nährstoffeinlagerung müssen also bis dahin abgeschlossen sein. Typische Begleiter des Märzenbechers  auf der Betzensteiner Kuppenalb sind der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava), der Wald-Gelbstern (Gagea lutea), das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides) und, im nicht mehr ganz so feuchten Bereich, das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis). An diesen Übergangszonen findet sich oft die Haselwurz (Asarum europaeum), leicht zu erkennen an den typisch geformten, glänzenden Blättern und auch die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia) kann man in diesen Randbereichen antreffen. Alle drei bekannten Märzenbecherstandorte sind nord- bis nordost ausgerichtet und deshalb weniger austrocknungsgefährdet. Die Hauptblütezeit ist stark vom Witterungsverlauf abhängig und kann in kurzen Wintern schon Ende Februar einsetzen sich aber auch bis Ende März, Anfang April verschieben. Blühende Großbestände sind in jedem Fall eine Augenweide und besonders schön ist der Blühaspekt, wenn auf Grund des Witterungsverlaufes die Märzenbecherblüte mit der Blüte des Wald-Gelbsterns und des Hohlen Lerchensporns zusammenfällt. Der Märzenbecher ist eine geschützte Art und  ist bayern- und bundesweit Rote Liste 3, er ist gefährdet. Hauptgefährdungsursachen für den Betzensteiner Bereich sind leider immer noch das Ausgraben von Pflanzen (obwohl der wilde Märzenbecher seit Jahrzehnten in Gärtnereien als Zwiebelpflanze günstig angeboten wird) und- zurzeit Gott sei Dank nicht erkennbar- die Umwandlung naturnaher Waldgesellschaften.    

 


 

 

 

 

Mrzenbecher
Märzenbecher
Hohler_Lerchensporn
Hohler Lerchensporn
Vierblttrige_Einbeere
Vierblättrige Einbeere Blüte

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 31. März 2011 um 17:17 Uhr