Tier des Jahres 2011- Der Große Schillerfalter
Bundesweit wurde der (Apatura iris) zum Schmetterling des Jahres 2011 erkoren und für den Betzensteiner Bereich wurde er als das Tier des Jahres 2011 ausgewählt. Wer jemals das tiefe Azurblau auf der Flügeloberseite dieses Falters hat „aufschillern“ sehen, kann diese Wahl sicherlich nachvollziehen- und so wären wir auch schon bei der deutschen Namensgebung: Großer Schillerfalter. Wie der Name vermuten lässt, hat der „Große“ eine sehr ähnliche Schwesternart, den (Apatura ilia), der hier weiter unten ebenfalls mit vorgestellt werden soll und der sich in der Größe kaum unterscheidet- hier trifft’s der deutsche Name nicht genau. Anders beim Hauptnamen „Schillerfalter“. Sitzt der Falter dort und öffnet die oberseits , so fangen diese urplötzlich in einem an und der dunkelbraune Grundton verschwindet völlig. Dieses „Schillern“ kommt und geht mit der Der Falter pumpt nicht etwa blaue Farbe in den Flügel, nein, dieses faszinierende Farbenspiel hat eine andere Ursache. Es handelt sich um eine sogenannte Strukturfarbe, die durch winzige, luftgefüllte Kammern in den Schuppen auf den Flügeloberseiten hervorgerufen wird. Je nach Einfallswinkel wird das Licht anders gebrochen und plötzlich „poppt“ dieses einmalige Blau auf. Bei mit meinem PC-Mikroskop ist das sehr schön zu erkennen: Der Lichteinfallswinkel wurde so gewählt, dass das Blau gerade am aufschillern ist. Der Flügel hierzu stammt übrigens von einem bereits verendeten Falter und es wurde keinesfalls extra ein Tier gefangen und getötet! Der Schiller ist nur beim Männchen (sowohl beim Kleinen als auch beim Großen Schillerfalter) vorhanden, die , sind aber sonst im Aussehen mit den Männchen identisch. Auf der Betzensteiner Kuppenalb kommt der Große Schillerfalter flächendeckend in allen größeren Waldgebieten vor, wobei Buchenmischwälder bevorzugt werden. Hier besiedelt die Art besonders die luftfeuchtesten und kühlsten Bereiche, meist also nord- bis nordost ausgerichtete Waldsäume an breiten Schneisen und Waldwegen wo auch die Raupenfraßpflanze, die Salweide, vorkommt. Der Falter erscheint meist ab Mitte Juni und die Flugzeit erstreckt sich, vor allem bei den Weibchen, bis Ende August, die teilweise sogar noch im September beobachtet werden können. Doch mit dem Beobachten ist das so eine Sache und die meisten von Ihnen werden wahrscheinlich noch nie einen Schillerfalter zu Gesicht bekommen haben, da diese Schmetterlinge besondere verhaltensbiologische Auffälligkeiten zeigen. Die Falter kommen nämlich nur vormittags auf den Boden (manchmal auch noch einmal am späten Nachmittag). Die Männchen saugen dann an aber auch an . Sie nehmen dort Salze und Eiweißverbindungen auf und es wird vermutet, dass ein Zusammenhang mit der Spermienreifung besteht, denn die Männchen brauchen drei bis zehn Tage, bis sie paarungsbereit sind. Salze nehmen übrigens viele auf und die Asphaltierung von Waldwegen ist eine nicht zu unterschätzende Gefährdungsursache, da solche Flächen von den Faltern meist nicht mehr angenommen werden. Darstellungen von blütenbesuchenden Männchen, wie man sie in diverser Literatur immer wieder zu sehen bekommt, müssen ins Reich der Fabel verwiesen werden. Auch die Weibchen nehmen an feuchten Wegstellen Salze auf, bevorzugen aber ansonsten kohlehydrathaltige Nahrung und saugen daher am Honigtau der Blattläuse im Laub, am Saft „blutender“ Bäume und an überreifen Obst z.B. an Kirschen. Spätestens zur Mittagszeit (die Weibchen meist etwas eher) ziehen sich die Falter ins Waldesinnere bzw. ins Wipfeldach des Waldes zurück und sind dann nicht mehr zu sehen. Man muss also zur rechten Zeit am rechten Ort sein um diese prachtvollen Tagfalter beobachten zu können. Es gibt aber noch eine weitere Auffälligkeit. Zum Hochzeitsflug versammeln sich die Falter um besonders hohe, alte Bäume, die aus dem Wipfeldach herausragen. Man bezeichnet dieses Verhalten als Wipfelbalz. Aber auch über exponierten Fels- und Bergkuppen treffen sich manchmal die beiden Geschlechter und man bezeichnet das dann analog als Gipfelbalz. Der (Apatura ilia) konnte erst vor drei Jahren im Übergangsbereich von Betzensteiner Kuppenalb zum Veldensteiner Forst nachgewiesen werden. Die daraufhin erfolgte intensive Nachsuche im Veldensteiner Forst war erfolgreich und der Kleine Schillerfalter dürfte dort, neben dem Obermainischen Hügelland, einen Hauptverbreitungsschwerpunkt im Landkreis Bayreuth besitzen. Der Kleine Schillerfalter ist wesentlich wärmeliebender als seine Schwesternart. Nach meinem jetzigen Erkenntnisstand dürfte der Kleine Schillerfalter an geeigneten, windgeschützten breiten Wegen bzw. Lichtungsbereichen im Veldensteiner Forst überall dort vorkommen, wo Zitterpappelbestände (die Raupenfraßpflanze) anzutreffen sind und wo sich geeignete Saugstellen befinden. Der Verbreitungsbereich geht bis knapp in die Verschneidungsbereiche von Veldensteiner Forst und Betzensteiner Kuppenalb. Die Erscheinungszeiträume, die Flugzeiten und das Balzverhalten sind mit dem Großen Schillerfalter identisch. Im Übergangsbereich zum Veldensteiner Forst flogen und saugten im Jahr 2010 gleich mehrere Kleine Schillerfalter auf einer Lichtung und ich konnte neben der Blauschillerform auch die wesentlich seltenere fotografisch festhalten. Diese Rotschillerform gibt es nur beim Kleinen Schillerfalter (auch hier nur beim Männchen). Oberseits unterscheidet sich der Kleine Schillerfalter vom Großen Schillerfalter durch einen nahe der Hinterkante des Vorderflügels, der dem Unterseits ist die Zeichnung beim nicht so kontrastreich und ihr fehlt auch der Binde, der beim Großen Schillerfalter deutlich zu sehen ist. Der Große Schillerfalter ist bei uns jedes Jahr als "zu beobachten und hat auch schon des öfteren in Zimmern übernachtet, wo auch entstanden ist. Der Große Schillerfalter ist nicht so wärmebedürftig wie seine Schwesternart und geht im Gebirge auch wesentlich höher hinauf. Der Große Schillerfalter ist auf der Betzensteiner Kuppenalb aber auch im Veldensteiner Forst anzutreffen und wesentlich häufiger als seine Schwesternart. Durch die zunehmende Pferdehaltung auf der Betzensteiner Kuppenalb kann man den Großen Schillerfalter auch oft an „Pferdeäpfeln“ saugend beobachten. Beide Tagfalterarten sind geschützt und stehen leider auch auf der Roten Liste. Hier nun einfach noch ein paar Bilder zu diesen wunderschönen Tagfaltern. ,, , , , .
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Großer Schillerfalter
Großer Schillerfalter
Großer Schillerfalter
Großer Schillerfalter Unterseite
Kleiner Schillerfalter Unterseite
Kleiner Schillerfalter Blauschillerform mit Schiller
Kleiner Schillerfalter Blauschillerform ohne Schiller durch veränderten Lichteinfallswinkel
Kleiner Schillerfalter Rotschillerform
Kleiner Schillerfalter Rotschillerform
Kleiner Schillerfalter ohne Schiller auf Fuchskot saugend
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