| Stadtrundgang |
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Betzensteiner StadtrundgangAusgangspunkt: Die evang.-luth. Stadtpfarrkirche
In Betzenstein wird bereits im Jahre 1187 eine Kirche erwähnt. Die jetzige Stadtpfarrkirche wurde 1732-1748 von Max Erckel errichtet. Das Altarbild (von Friedrich Reich, 1749) stellt das Abendmahl dar. Im 1. Stock des Kirchenraumes befindet sich eine Empore; der verglaste Teil war der Herrschaft (Nürnberger Landpfleger) vorbehalten. Sie hatte auch einen kleinen Ofen zur Verfügung, während der übrige Kirchenraum früher nicht beheizt wurde. Die Wappen der Pfleger befinden sich an der Südwand. Der Taufstein vor dem Altar wurde 1736 von der Familie Tucher gestiftet. Das große Kruzifix (1736) schuf Johann Traxler. Von der Hauptstraße aus gesehen steht links neben der Kirche ein restauriertes Fachwerkhaus, die heutige "Pension Karin". In diesem Haus residierte nach der Zerstörung der Burg im Jahre 1553 durch Albrecht Alcibiades 17 Jahre lang der Nürnberger Pfleger, bis im Jahre 1570 das Pflegamtschloß errichtet wurde. Das freigewordene Haus schenkte im Jahre 1572 die Stadt Nürnberg den Betzensteinern als Rathaus. Gegenüber befindet sich das Brunnen-Denkmal (Wasserbecken mit einem Obelisken) sehen. Dieses wurde 1902 zur Erinnerung an die Inbetriebnahme der Jura-Wasserleitung errichtet. Diese löste die bis dahin einzige Wasserversorgung, den Tiefen Brunnen, ab. In der Osterzeit wird dieses Denkmal als Osterbrunnen mit bunten Eiern und Blumen geschmückt.
In dem Haus neben der Kirche, am unteren Marktplatz (Hauptstr. 32) befand sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert die Hopfenhandlung des Johann Barth, die heute ihren Sitz in Nürnberg hat und Weltmarktführer in Sachen Hopfenerzeugnisse ist. Der Betzensteiner Hopfen war einst wegen seiner Qualität berühmt. Erst im 20. Jahrhundert ging der Anbau zurück und heute gibt es hier keine Hopfenfelder mehr. In diesem geschichtsträchtigen Haus wohnte bis zu seinem Tod der Betzensteiner Zahnarzt und Heimatforscher Anton Buchner, der hier seine Mineralien- und Fossiliensammlung anlegte.
Zwischen Kirche und Haus 32 führt eine Gasse in Richtung Westen zum Hinteren Tor. Dieses gehört zur Stadtbefestigung aus dem Jahre 1533 bis 1538. Die Mauern waren 4,5 Meter hoch, es gab 9 Türme und 3 Tore, von denen 2 noch existieren. (Das sog. Nürnberger Tor wurde wegen Baufälligkeit 1909/10 abgerissen.) Das Fachwerkhaus links vor dem Hinteren Tor war früher das Pfarrhaus, danach Kindergarten und dient heute als Gemeindezentrum der ev. Kirchengemeinde. Nach dem Hinteren Tor beginnt das malerische historische "Scheunenviertel". In der Schloßstraße treffen wir auf ein ochsenblutfarbenes Tor, hinter dem sich die Residenz des Pflegers, das ehemalige Pflegamtschloß aus dem Jahre 1569-1570 befindet. Der Zwerchgiebel stammt aus dem Jahre 1905. Das Pflegamt war eine kommunale Einrichtung, die vor allem juristische Kompetenzen hatte. Als Betzenstein 1806 an bayerisch wurde, wurde das Pflegamt überflüssig. Bis 1966 diente es als Volksschul-Gebäude, wurde vom Freistaat verkauft und ist derzeit in Privatbesitz. Vom Schloß aus links gehen wir in die Hauptstraße. Dort sehen wir links das Brunnenhaus in dem sich der Tiefe Brunnens befindet. Besichtigungszeiten sind an der Türe angeschlagen. Der Tiefe Brunnen wurde 1543-1549 unter großen Schwierigkeiten erbaut. Er ist 92 Meter tief - das Schöpfwerk ist vollständig erhalten aber nicht mehr funktionsfähig. Unser Weg führt nun weiter durch das historische Untere Tor hinauf zum Schmidberg. Vom Aussichtsturm hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die beiden Burgen, die sich heute in Privatbesitz befinden und nicht zugänglich sind. Die Schmidberganlage bietet Spazierwege, Ruhebänke und einen Kinderspielplatz. Vom Schmidberg aus führen verschiedene Wege wieder hinunter in die Stadt und zurück zum Ausgangspunkt. |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 04. April 2012 um 09:11 Uhr |