Hauptmenü

Sicherheit

 wird überprüft von der Initiative-S

 

Die Bürgerinitiative Betzenstein/Plech informierte über den Sachstand und die weitere Vorgehensweise gegen die Stromtrasse

Großdemo in Nürnberg geplant

Am Mittwochabend trafen sich in Plech rund 150 Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Strommonstertrasse Betzenstein/Plech + weitere interessierte Bürger in der Mehrzweckhalle zu einem Informationsabend.

Keimzelle des Widerstands in der Region ist das kleine Dorf Riegelstein. Nach einer Initialzündung bei den Amprionveranstaltungen zählt die BI zwischenzeitlich rund 2500 Mitglieder. „Und wir wachsen täglich weiter“, so Peter Lodes. Durch den informativen Teil des Abends führten Uli Strauß und Andrea Carl, Sprecher der BI. Eingeladen waren auch die örtlichen Bürgermeister Karlheinz Escher und Claus Meyer aus Betzenstein. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Initiative zu unterstützen“, so Karlheinz Escher. Berichtet wurde von den Planungen und Beschlüssen zu dem kommunalen Bündnis. Beide Gemeindegremien stimmten dem Vorschlag von Bürgermeister Raab Pegnitz zu, sich für Gutachten und Rechtsbeistand eine „Kampfkasse“ anzulegen.

Gastreferent Thomas Knauber, Vorsitzender der Ortsgruppe Pegnitz vom Bundnaturschutz Bayern, berichtete von der Bereitschaft des BN, diese Gutachten mit zu finanzieren. „Dieser Anwalt könnte eine Trassenplanung solange verzögern, bis eine neue Technik da ist“, so Thomas Knauber. „Die Trassenproblematik verbindet plötzlich Menschen und lehrt die Politiker das „Stuttgart21-Prinzip“: Das Volk kippt ungeliebt Projekte“. Herr Knauber hatte noch einige gute Tipps dabei um den Protest weiter am Köcheln zu halten, die dankbar im Auditorium aufgenommen wurden.

„Gegen ein bundesweites Projekt sind wir noch nie vorgegangen“, merkte Claus Meyer an.“ Da sammeln wir jetzt Erfahrungen“. Auch Meyer dankte der BI für Ihr großes Engagement und das bereits erreichte Ziel, dass jetzt sogar Frau Aigner die Notwendigkeit der Trasse anzweifele und es jetzt im Bewusstsein von Politik und Bevölkerung angekommen ist, dass diese Trasse eine Braunkohletrasse ist, die Energiewende und Klimaschutz konterkariert.

Heinz Stark, Kreisheimatpfleger aus Plech berichtet von seinem Schreiben zur Trassenproblematik:

„Als Ergebnis darf ich Ihnen mitteilen, dass der Bayerische Landesverein für Heimatpflege dieses Schreiben mit seinen Informationen und rechtlichen Aussagen nun an alle Heimatpfleger in Bayern als Grundlage für deren Auseinandersetzung mit der Gleichstrompassage Süd-Ost übersenden hat. Der Landesverein könnte zusammen mit dem Bund Naturschutz Bayern in einem Schulterschluss agieren.“

Von einem weiteren „Schulterschluss“ der BI konnte Frau Carl berichten. Am Montag übereichte Robert Raimund, Bezirksvorsitzender des Bundes der Selbständigen BDS in Oberfranken, Frau Aigner ein Positionspapier der oberfränkischen Unternehmer. „Die deutliche Mehrheit der mittelständischen Betriebe in Oberfranken lehnt den Bau der Trasse strikt ab.Wir unterstützen das Engagement der Bürger, die sich jetzt in sehr großer Zahl organisieren um Druck auf die Politik auszuüben. Nur durch diesen Druck wird technische Entwicklung forciert, die Diskussion in den Medien Aufrecht erhalten und der Einfluss der Lobbyisten geschwächt.Die Unternehmer in Oberfranken fordern von unseren politischen Vertretern ein Bekenntnis zu unserer Heimat, zum Klimaschutz und zum Ausbau dezentraler Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen“. Heute ist der BDS Bayern mit rund 20.000 Mitgliedern in über 540 Ortschaften Bayerns größter branchenübergreifender Wirtschaftsverband.

In seinem Sachstandsbericht verwies Uli Strauß noch einmal deutlich auf die zerstörende Wirkung der Trasse hin. Am Bild der Spieser Fernsehturms wurden die Ausmaße der Trasse verdeutlicht. Die Höhe der Arbeitsplattform (rote Kanzel) entspricht ungefähr der Masthöhe. Diese ist weithin sichtbar. „Aber das ist nur ein Turm! Stellen Sie sich die Ausmaße einer Trassierung vor.Die Ausleger der Masten entsprechen der kompletten Breite der A9, die Schneiße darunter wäre noch 20 Meter breiter. Gesundheitlichen Risiken für uns und unsere Kinder werden weitgehend verharmlost“. Forschungen zur Ionisierung der Luft wurden vorgestellt. Die Auswirkungen sind noch in einer Entfernung von über 1000 Meter neben der Leitung nachweisbar. Gezeigt wurden noch zwei Filme, die die umfassende Problematik der Trasse, beginnend mit der Zerstörung ganzer Dörfer in der Lausitz bis hin zu Ausbeutung unserer Bodenschätze und steigendem Co2 Ausstoß, aufzeigen.

Fachlich herausgearbeitet wurde von Herrn Strauß das Grundproblem. Die vier großen Stromversorger geben die Grundlagen für den Netzausbau vor. Dabei bauen sie auf veraltete Versorgungstrukturen auf. Anforderungen,die durch den Ausbau regenerativer Stromerzeugung entstehen, haben die Konzerne bisher verkannt.

Um dies alles zu verhindern wurden weitere Aktionen beschlossen. Der nächste große Termin wird die vom Aktionsbündnis der Trassengegner geplante Großdemo in Nürnberg sein. Ein Pflichttermin für uns alle. Wir können kurz vor der Europawahl noch einmal ein deutliches Zeichen setzen. Weitere Infos werden zeitnah bekannt gegeben.

Am 29. 6. findet ein trassenweiter Aktionstag der Bürgerinitiativen entlang der geplanten Stromtrasse statt. Hier können sich auch Bürger, die bislang noch keinen Zugang zur Tragweite der Problematik haben, umfassend informieren und das Aktionsbündnis gegen die Stromtrasse unterstützen.

 

© Betzenstein 1997 - | powered by PlatformElements